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Die Geschichte zum 8. Eisherbst - Maulochs Festtag

Narzul gra-Oluk / Oct 09, 2016
Original
*Die Schamnin faltet die Hände und weiht mit ihrem Gebet den heiligen Boden. Anschließend erhebt sie die Hand und bittet um Ruhe. Als es still wird wendet sie sich den Anwesenden zu und ergreift mit fester tiefer Stimme das Wort...*

Blut... Clan... Heimat... Stärke... Ehre...

*Begleitet von den rhythmischen Trommelschlägen ihres Clansbruders entzündet die Schamanin für jedes der gesprochenen Worte eine der fünf Kerzen, die vor ihr auf dem Altar stehen*




Einst brannten vier Feuerschalen im Tempel des ersten Orsinium. Nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, umringten sie den großen Scheiterhaufen zu Maulochs Ehren im Zentrum.
Es begab sich zu einer Zeit in der es still war in den heiligen Hallen, da das Volk geteilt und im Krieg mit den Menschen lag. Es war so still, dass man nur das Flackern und Knistern der Flammen hören konnte. Da begann das erste der Feuer zu sprechen...

*Die Schamanin hebt die erste der Kerzen mit beiden Händen gut sichtbar empor*

<Ich stehe für jeden Tropfen, der vergossen wurde - Ich bin das Blut. Doch habe ich keine Kraft mehr den Winden der Zeit zu trotzen. Die Clans sind zu Einzelkämpfern geworden. Sie schwächen das Bollwerk, das das Volk einst war. Zu wenige Orks sind noch bereit ihr Blut für den Clan oder einen Bruder zu vergießen. Der Blutzoll wird...>

Der Wind nahm die letzten Worte des Feuers mit sich in die Dunkelheit als sein Licht erlosch.

*Die Schamanin pustet die Flamme aus, stellt die Kerze wieder auf die Steinplatte und hebt die Zweite hoch vor ihre Brust*


Vor Zorn knisternd zischte das zweite Feuer...

<Ich brenne für jeden Stamm - Ich bin der Clan. Mein Licht steht für Stärke, Einheit und Überleben. Doch zu viele Orks verlassen ihre Clans. Sie vergessen ihre Wurzeln und Traditionen>


Mit diesen Worten fachte das Feuer wütend ein letztes Mal hoch und hieß die Dunkelheit willkommen.

*Die Schamanin wiederholt das Spiel mit den Kerze*

Die Stimme des Dritten erklang in tiefer Trauer...

<Ich symbolisiere das Land. Die Heimat die sich die Orks mit unnachgiebiger Stärke erkämpft haben. Doch von meiner Pracht ist nichts mehr übrig. Anstatt sich gegen den Feind zu vereinen zerstritten sich die Clans und verstreuten sich. Sie verließen das Land und verrieten ihre Ahnen>

Das Feuer seufzte tief und nur die Glut, ein Schatten seiner selbst blieb zurück.

*Wieder wird die ausgeblasene Kerze von der Schamanin gegen eine neue Brennende ausgetauscht*

Grollend fluchte das vierte Feuer...

<Ich stehe für die innewohnende Kraft, die in jedem Ork brennt. Ich bin die Stärke. Doch wo ist die Stärke das orkischen Volkes? Blut, Clan und Heimat scheinen bedeutungslos geworden zu sein. Für was lohnt es sich noch zu Kämpfen und Stärke zu zeigen?>

Mit diesen Worten löste sich die Flamme in Rauch auf.

*Die Schamanin stellt die vierte Kerze ab und legt ihre Handflächen auf den Altar, zu beiden Seiten der Kerzenreihe. Nur ein Licht flackert noch vor ihr*


Nachdem die vier Feuer erloschen waren brannte nur noch das Große und erhellte die Dunkelheit. Aber es blieb stumm. Orsinium fiel unter der Macht der Menschen. Jahre vergingen, das Königreich der Orks geriet in Vergessenheit. Doch erholte sich das Land und die Sonne kam, an der vier Krieger in die alten Hallen traten.
Verwundert sahen sich die Krieger in der herrschenden Dunkelheit um und Fluchten bis zum Reich des Vergessens als sie die erkalteten Feuerschalen als das erkannten was sie waren - Die Säulen des orkischen Volkes.

Da erklang stark und fest der Ruf des großen Feuers im Zentrum, das immer noch schwellte...

<Hört und handelt! So lange ich hier und in jedem Orkherz brenne, kann die erloschene Glut neu entfacht werden. Seit stolz auf das was ihr wart, seit und immer sein werdet, Orks! Vergesst nicht eure Wurzeln. Ich brannte, brenne und werde immer brenne für die Stärke des orkischen Volkes - Ich bin die Ehre eines jeden Ork!>


*Der Blick der Schamanin wandert von einem der Anwesenden zum Nächsten. Auf jedem eine kleine Weile ruhend, während sie mit ihrer Erzählung fortfährt und die Worte der Vergangenheit spricht*

Die Krieger zögerten nicht. Mit blosen Händen griffen sie in die Flammen und zogen brennende Holzscheite aus dem Feuer. Kurz hielten sie inne, überrascht, dass die Hitze ihre ungeschützten Pranken nicht versengte. Doch da donnerte Maulochs Stimme selbst...

<Euer Mut, entschlossen und furchtlos Schmerz und Qual für die Euren auf euch zu nehmen, zeugt von wahrlich großer Stärke. Orsinium wird sich aus der Asche neu erheben. Die Ehre seines Aufstiegs ist euer und meine Gunst mit euch und den Euren!>


Darauf hin lösten sich die Krieger aus ihrer Starre und jeder eilte zu einer der Schalen. Mit dem Aufflackern der Flammen erwachte auch die alte Kraft des Volkes wieder. Das Feuer des Scheiterhaufens schwoll zu voller Größe an, denn das Licht von Blut, Clan, Heimat und Stärke erhellte wieder die Halle.

*Die Schamanin hebt die fünfte Kerze an und entzündet mit ihrer Flamme die anderen Vier wieder. Anschließend stellt sie sie zurück in die Reihe auf dem Altar*

Und so ist es bis zur heutigen Sonne. Die Feuer brennen stark und unnachgiebig.

Die Moral der Geschichte ist einfach:

Jene, die sich nicht gegen einen gemeinsamen Feind vereinen können werden fallen. Das war das Schicksal des alten Orsiniums. Dafür hatte sich die Orks den Hohn und die Verachtung des großen Kriegers verdient.
Wir sind seine Kinder, die Hüter seines Zorns und die Werkzeuge seiner Vergeltung. Wir leisten diese Sonne den Schwur die Fehler der Vergangenheit nicht erneut zu begehen und erbitten seine Kraft. Mit unserem Blut schwören wir ihm die Treue.

Die Schamanin nimmt den Ritualdolch vom Alter und setzt sich einen Schnitt in die linke Handfläche. Sie ballt die Hand zur Faust und lässt das Herzblut ihres linken Armes in die Feuerschale tropfen. Ihren Blick dabei über die Anwesende schweifend. Das Feuer zischt als es die Blutstropfen verschlingt.

Lasst Ehre in euren Herzen und Taten wohnen und Stärke wird euch zu Teil werden. Solange das Feuer im Tempel und in jedem von euch brennt wird das Volk der Orks nie untergehen. Mauloch begünstigt die Starken.

Blut und Ehre für den großen Krieger!
Blut und Ehre für den Clan!
Blut und Ehre für das Volk der Orks!


*Sie wendet sich den Versammelten zu, den Dolch immer noch in der Rechten haltend*

Tradition ist das Herzblut der orkischen Kultur. Sie ist wer und was wir sind! Sie zu wahren sind wir diese Sonne hier zusammen gekommen. Einem jeden von euch soll nun das Recht zu Teil werden euer Blut zu Maulochs Ehren zu vergießen.

*Der Ghorbash Krieger stellt auf die Worte der Schamanin hin, seine Trommel ab und nimmt den Dolch entgegen. Nach seinem Opfer treten auch die anderen Hauerträger einer nach dem anderen vor*






*Nachdem auch der Letzte sein Blut zu Maulochs Ehren vergossen hat ergreift die Schamanin wieder mit fester tiefer Stimme das Wort und vollzieht eine abschließende segnende Geste*


Maulochs Gunst sei mit euch. Möge er eure Waffen führen, auf dass eure Feinde schnell und zahlreich fallen. Blut und Ehre sei mit euch und den Euren!

*Im Anschluss an das Ritual macht sich der Zug der Orks langsam zur Feste auf. Trommelschläge werden immer lauter. Der Duft gebratenen Fleisches liegt in der Luft, Stimmen ausgelassen feiernder Orks und das Anschlagen von Fässern ist zu hören. Ein Duell zu Maulochs Ehren schon im vollen Gange*



*Der Abend könnte nicht besser sein und wird auch noch lange im "Langhaus des losen Zahns" begossen und gebührend gefeiert. Eine ehrbare Sonne findet schließlich ein spätes Ende*





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